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18.02.2011 10:59

Bausteine für die Rente

Frauen, die ein Kind bekommen, gewinnen viel - aber sie verlieren auch: Rentenansprüche. Das muss nicht tragisch sein, wenn man Versorgungslücken rechtzeitig füllt.

Einmal im Jahr informiert die Deutsche Rentenversicherung jeden Beitragszahler darüber, was er später im Rentenalter bekommt. Für viele Frauen ein Grund zur Sorge, angesichts der geringen Summe. Der durchschnittliche monatliche Rentenzahlbetrag betrug Ende 2008 bei Frauen 520 Euro, bei Männern 960 Euro. Denn für die Höhe der Rentensumme sind die Berufsjahre und die geleisteten Rentenversicherungsbeiträge entscheidend. Weil Frauen aber meist die Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen übernehmen und häufig in Teilzeit arbeiten, kommen sie auf weniger Berufsjahre und zahlen auch weniger Beiträge.

Achtung: Jede Elternzeit und jedes Teilzeitjahr vergrößert die Versorungslücke!

Es ist also angeraten, die Altersvorsorge grundsätzlich zu kontrollieren und in die eigenen Hände zu nehmen.

Baustein 1:

Betriebliche Altersvorsorge:

Alle Beschäftigten haben seit 2002 das Recht auf die sogenannte Entgeltumwandlung, mit der sie einen Teil ihres Einkommens in eine betriebliche Altersvorsorge investieren können. Das lohnt sich - insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber freiwillig etwas dazulegt. Die Beiträge sind bis zu einer Summe von 220 Euro monatlich steuer- und sozialabgabenfrei. Dies macht es besonders für 400 Euro-Jobber interessant. Sie können so mehr verdienen, ohne den Status zu verlieren. Zusätzliche Arbeitsstunden werden über die betriebliche Altersvorsorge abgegolten.

Baustein 2:

Riester-Rente:

Die Riester-Rente ist für nahezu alle Mütter empfehlenswert. Denn bei der Riester-Rente gibt es neben den jährlichen staatlichen Zulagen von 154 Euro auch Kinderzulagen in Höhe von 185 Euro pro Kind. Für Kinder, die nach dem 1. Januar 2008 zur Welt kommen, sind es sogar je 300 Euro. Sind die Kinder jünger als drei Jahre, haben auch Mütter, die weniger als 30 Stunden pro Woche arbeiten, einen direkten Anspruch auf einen Riester-Vertrag. Ihr Mindestbeitrag beträgt 60 Euro pro Jahr. Sogar wer auf 400-Euro-Basis arbeitet, kann unter bestimmten Bedingungen einen eigenen Riester-Vertrag besparen. Und nicht erwerbstätige Frauen können über ihren sozialversicherungspflichtigen Ehemann "riestern" und dann mit einem eigenen Vertrag alle Zulagen bekommen. Bei der Reister-Rente gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten. Man kann die Einzahlungen auch zeitweise aussetzen oder ganz stoppen. Wer eine feste Stelle hat, sollte sich beim Arbeitgeber nach vermögenswirksamen Leistungen (VL) erkundigen. Da die VL-Verträge immer sechs Jahre bespart werden und danach die Gelder ein Jahr festliegen, kann man wegen der mittleren Laufzeit die Beträge ruhig in Investmentfonds stecken.

Baustein 3:

Private Altersvorsorge:

Gut geeignet und flexibel sind Fondssparpläne. Denn Investmentfonds lassen sich jederzeit auflösen, oder man kann die Zahlungen zur Not vorübergehend einstellen. Mit Fondssparplänen lässt sich außerdem, je nach Einkommen, mal mehr mal weniger zurücklegen. Weiterer Vorteil: Fonds sind als Sondervermögen auch bei der Pleite einer Bank geschützt. Allerdings können die Kurse schwanken, sodass man zumindest kurzfristig auch mit Verlusten rechnen muss. Die Rendite kann außerdem wegen der Kursschwankungen, anders als bei Rentenversicherungen, nicht garantiert werden.

Wer nicht besonders risikofreudig ist und bei zwischenzeitlichen Verlusten schlecht schläft, greift deshalb besser zu einem Banksparplan. Dabei muss der Kunde nur einen Dauerauftrag einrichten, sich für eine Laufzeit entscheiden und einen monatlichen Sparbeitrag festlegen. Es sind keine Verluste möglich. Viele Banken bieten solche Sparverträge bereits ab einer Monatsrate von 25 Euro an. Nachteil: Die Zinsen sind derzeit eher mau, und das angesparte Geld ist nicht immer verfügbar. Ähnlich gut kalkulierbar wie Banksparpläne sind private Rentenversicherungen. Auch hier gilt: viel Sicherheit, wenig Rendite.

Quelle: Eltern for family

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